5. Victorias Engagement für die Frauenbewegung

"Der Weltgeschichte, die aus Fürstengalerien mit Schlachtenbildern im Hintergrund besteht, wird sie nichts bedeuten. In die Kulturgeschichte aber wird sie eingehen [...] als die erste Fürstin, die ihren vollen Einfluß für die Frauenbewegung einsetzte zu einer Zeit, in der die Acht [Ächtung] weiter Kreise noch schwer auf ihr lastete."[256]
Im 19. Jahrhundert begann sich in Deutschland durch die aufkommende Frauenbewegung die gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Stellung der Frau grundlegend zu ändern. Ein Prozeß, der heute am Ende des 20. Jahrhunderts noch nicht abgeschlossen ist und zum Ziel hat, daß die Frau als gleichberechtigtes Individuum neben dem Mann akzeptiert wird. Die Kronprinzessin engagierte sich frühzeitig für die Forderungen der Frauen und wurde darin von ihrem Mann unterstützt. Sie stand mit den führenden Frauen der Bewegung in engstem Kontakt und lud sie regelmäßig zu Diskussionen zu sich ein, wo "die langsam in Fluß kommende Frauenfrage beraten und besprochen wurde."[257]
Der Schwerpunkt im Kampf für die Veränderung der gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Situation der Frauen lag in der Verbesserung ihrer Bildung. Vicky war sich bewußt, daß diese Ideen mit den Ansichten der preußischen Gesellschaft durchaus kollidierten.[258]
Unterkapitel
5.1 Geschichte der Frauenbewegung
5.2 Pestalozzi-Fröbel-Haus
5.3 Helene Lange und die "Gelbe Broschüre"
5.4 Vereine für die Frauenbildung und Erwerbstätigkeit
5.5 Lette-Verein
5.6 Krankenpflege
5.7 Schluß

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