Vorwort

   
Die vorliegende Abhandlung umfaßt Leben und Werk eines Frankfurter Malers des 19. Jahrhunderts. Literarische Zeugnisse über den Maler und sein Werk sind äußerst spärlich. Die meisten begnügen sich mit der Nennung des Namens oder den Titeln einiger weniger ausgestellter Bilder. Nur Karl Scheffler, der sich bereits früher in der von ihm besorgten Zeitschrift "Kunst und Künstler" für Scholderer eingesetzt hat[1], würdigt ihn ausführlich in seiner Geschichte der europäischen Malerei[2] und nennt ihn das stärkste Talent des Frankfurter Künstlerkreises. Die Darstellung von Otto Scholderers Lebensgang konnte sich leider nicht immer auf literarisch belegbare Daten und Ereignisse stützen. Dank mündlicher Berichte und Erinnerungen von Herrn Victor Scholderer in London, Frau A. Scholderer in Schönberg und Herrn Geheimrat Lachmann[3] in Frankfurt konnte wenigstens eine annähernde Vollständigkeit erreicht werden.
Allen privaten Besitzern und Händlern, die mich bei der Zusammenstellung des Oeuvre-Kataloges durch bereitwillige Auskunft unterstützten, möchte ich meinen verbindlichsten Dank sagen. Vor allem aber schulde ich aufrichtigsten Dank der Kunsthandlung Schumann in Frankfurt a. M., die meinen Wünschen willig entgegenkam, ihr Wissen mir rückhaltlos zur Verfügung stellte und erst dadurch den Oeuvre-Katalog ermöglichte.
Leider ist aber auch über Unliebenswürdigkeit zu klagen. So verweigerten Herr Dr. Hatzig[4] in Hannover, Herr Sidny Posen in Frankfurt a. M. und die Kunsthandlung Arnold in Dresden trotz bester Empfehlungen jede Auskunft über den Besitz von Bildern Scholderers. Der Bildbesitz des Herrn Posen konnte dennoch in dem Katalog aufgeführt werden.
Nach Möglichkeit wurde der Katalog chronologisch geordnet und zerfällt entsprechend den drei Hauptabschnitten von Scholderers Leben in drei Teile.