Otto Scholderer

  (geboren 1834 in Frankfurt a.M.).
 
Sohn des verstorbenen verdienstvollen Lehrers Scholderer, wurde als Schüler in das Städel'sche Institut aufgenommen und trat unter die Leitung des Professors Becker. Schon früh zeigte sich sein Talent in seinen Copien nach den alten niederländischen Meistern, die er mit klarem künstlerischem Geiste erfaßte Vor mehreren Jahren begab sich Scholderer zur weiteren Ausbildung nach Paris und kehrte von dort im Anfang dieses Jahres wieder hierher zurück. Scholderer's Portraite zeichnen sich durch eine ihm eigenthümliche Markigkeit aus, die an jene von der Spanischen Schule in die neuere französische Malerei übergegangene Richtung erinnert; trotzdem er in seinen Bildern mehr realistisch als Andere verfährt, so erleidet doch durch seine Behandlung das Grundbedingniß des Portraits, die Aehnlichkeit keinen Eintrag. Seine Werke sind lebensfrisch und verfehlen nicht die künstlerische Wirkung.


Franz Rittweger: Wanderung durch die Werkstätten in Frankfurt wirkender Künstler. Frankfurter Museum, 4. Jg. 1858, S. 933f

Zurück