Philipp Rumpf

  (geboren 1821 in Frankfurt a.M.).
 
Rumpf wurde in seiner Vaterstadt unter den hier lebenden Meistern ausgebildet. Er bezog keine andere Akademie, die Kunsteindrücke ferner Gallerien blieben ihm fremd; er war ganz seinem Streben und dem Studium der Natur Überlassen, das er indessen tüchtig betrieb. So sind denn auch seine Bilder anspruchslose Darstellungen häuslichen Glücks und häuslichen Friedens. Er lebt und webt mit seinen trefflichen Schöpfungen in der Familie. Das Glück der Eltern im Kreise ihrer Kinder, die selige Freunde der Mutter, wenn sie den Säugling auf den Armen trägt, das heitere Lächeln des unschuldigen Kindes, oder die Neugierde, der sich erschließende Wissenstrieb des Mädchens und das wilde Tummeln des Knaben in seinen frühen Jahren geben ihm den Stoff zu seinen Compositionen, die, mit der größten Liebe ausgeführt, zum Herzen sprechen. Der feinen Abtonung in der Farbe ist Rumpf vollständig Herr, und wenn sich gewiß jeder Beschauer durch seine gemüthreichen Bilder hinreißen läßt, so müssen sie auch, wenn wir die Technik und die Erfindung in Betracht ziehen, als vortreffliche Werke der neueren Malerei anerkannt werden.


Franz Rittweger: Wanderung durch die Werkstätten in Frankfurt wirkender Künstler. Frankfurter Museum, 4. Jg. 1858, S. 933f

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