Peter Burnitz

  (geboren in Frankfurt a.M.).
 
Burnitz hat erst spät den Stand des Malers erwählt, um den er einen andern verlassen. Seine hauptsächliche Ausbildung geschah auf französischem Boden, und bald wurde auch er in die französisch-naturaIistische Richtung gezogen, die den Kampf mit der freilich oft übertriebenen Idealisirung in der Malerei aufnahm, und in Uebereinstimmung mit jener Richtung sucht er seinen Bildern nur durch Stimmung oder Färbung eine poetische Wirkung zu verleihen. Burnitz wählt, wenn wir uns so ausdrücken dürfen, nicht seine Motive; jede Landschaft, und hätte sie die nüchternste Form, ist ihm charakteristisch, und er bestrebt sich, sie verständlich und interessant wiederzugeben. Was wir von ihm sahen, stellt zwar keine idyllischen, doch friedliche Naturscenerien dar. Wie wir sie täglich in den nächsten Umgebungen finden; seine Bilder, wenn Sie auch unzweifelhaft einen harmonischen Einklang haben, entbehren eben doch des Bestrebens nach durchführter Technik und lassen allzusehr herausleuchten, daß der Künstler die Form und ihre hohe Wichtigkeit, wie sie die alte niederländische Malerschule begriff, unterschätzt. Wir hoffen, daß Burnitz, dem eine außerordentliche Begabung zu Gebote steht, nicht in jener Richtung verloren gehe und mehr auf die richtige Behandlung der Gegensätze und die Bedeutung der Form Werth lege, und sind überzeugt, daß wir alsdann von ihm Vortreffliches erwarten dürfen.


Franz Rittweger: Wanderung durch die Werkstätten in Frankfurt wirkender Künstler. Frankfurter Museum, 4. Jg. 1858, S. 933f

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